Miriam M. Unterlass ist Direktorin des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC und Inhaberin des Lehrstuhls für Chemische Technologie der Materialsynthese an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach ihrer Promotion am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung war sie an der TU Wien und der Universität Konstanz tätig und ist seit 2018 Adjunct Principal Investigator am CeMM in Wien. Ihre Forschung konzentriert sich auf nachhaltige Materialien, umweltfreundliche Synthese- und Verarbeitungsverfahren sowie die beschleunigte Entwicklung neuer Materialien durch Automatisierung und Digitalisierung.
Der Materialzyklus als Grundlage technologischer Souveränität - Die Rolle von Forschung und Entwicklung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
Materialien bilden die Grundlage nahezu aller Hochtechnologien und sind damit entscheidend für unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Technologische Souveränität muss daher entlang des gesamten Materialzyklus gedacht werden: von Rohstoffen und der Materialsynthese über Verarbeitung und Integration in Komponenten und Systeme bis hin zu Wiederverwendung und Recycling. Dabei geht es nicht um Autarkie, sondern um die Fähigkeit, kritische Technologien zu verstehen, zu beherrschen und weiterzuentwickeln sowie Abhängigkeiten selbstbestimmt zu gestalten. Der Vortrag zeigt, warum leistungsfähige Materialforschung und die enge Verbindung von Forschung, Hochtechnologie und industrieller Wertschöpfung entscheidende Voraussetzungen sind, um technologische Souveränität langfristig zu sichern.