Die globalen ökologischen Krisen wie Klimakrise und Plastikmüll belegen die Dysfunktionalität des bestehenden fossil-linearen Wirtschaftsparadigmas. Notwendig ist ein radikaler Wandel hin zu einer CO2-neutralen und Kohlenstoff-regenerativen Kreislaufwirtschaft auf Basis erneuerbarer Energien. Für die Schlüsselindustrien der wirtschaftlich und zivilisatorisch essentiellen Materialien Stahl, Zement und Kunststoff sind CCU/S-Technologien (Carbon Capture and Utilization/Storage) dabei technologische Enabler und zugleich unverzichtbare Bausteine, um technosphärisch geschlossene Kohlenstoffkreisläufe zu realisieren. Der Vortrag analysiert das Potential für ein umfassendes, industriell-regeneratives Kohlenstoff-Management und formuliert zentrale Thesen. Auch zeigt er auf, wie Österreich und die EU durch transnationale, sektorübergreifende Kooperationen eine industrielle Vorreiterrolle in diesem Zukunftsmarkt einnehmen können.
Materialien bilden die Grundlage nahezu aller Hochtechnologien und sind damit entscheidend für unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Technologische Souveränität muss daher entlang des gesamten Materialzyklus gedacht werden: von Rohstoffen und der Materialsynthese über Verarbeitung und Integration in Komponenten und Systeme bis hin zu Wiederverwendung und Recycling. Dabei geht es nicht um Autarkie, sondern um die Fähigkeit, kritische Technologien zu verstehen, zu beherrschen und weiterzuentwickeln sowie Abhängigkeiten selbstbestimmt zu gestalten. Der Vortrag zeigt, warum leistungsfähige Materialforschung und die enge Verbindung von Forschung, Hochtechnologie und industrieller Wertschöpfung entscheidende Voraussetzungen sind, um technologische Souveränität langfristig zu sichern.
„Circular Advanced Materials" - das Potenzial von kreislauforientierten Materialien für Österreich und Europa ist enorm. Dabei kommt dem gezielten Auf- und Ausbau von krisensicheren Versorgungsströmen immer größere Bedeutung - für Wissenschaft und Wirtschaft - zu. Dementsprechend wird sowohl auf regionaler/nationaler wie auch auf europäischer Ebene intensiv an einer Strategie gearbeitet bzw. die Umsetzung strategischer Aspekte forciert, die materialspezifische aber auch anwendungsorientierte Aktivitäten inkludieren. In diesem Beitrag steht daher die „österreichische Advanced Materials Roadmap", sowie die Umsetzung und Wirkung in verschiedenen Handlungsfeldern auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene im Fokus. Ergänzt wird der Beitrag durch Einblicke in die österreichische ATIMA-Community und das EU-Projekt InnoMatSyn.
Die Transformation hin zu einer grünen Produktion stellt die Stahlindustrie nicht nur prozesstechnisch vor große Herausforderungen. Insbesondere für hochwertige Produktsegmente sind neue Ansätze erforderlich, um die gewohnt hohe Qualität auch langfristig sicherzustellen. Mit greentec steel verfolgt voestalpine einen stufenweisen Dekarbonisierungsplan, der konsequent durch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten begleitet wird. Neben der Entwicklung neuer Materialkonzepte als Grundlage für die Inbetriebnahme zweier Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz im Jahr 2027 wird ein Überblick über die nächste Ausbaustufe zur Net-Zero-Stahlproduktion, die sogenannten Breakthrough Technologies, gegeben.
Kreislauflösungen sind eine wichtige Entwicklung, um schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen und zusätzlich die Rohstoffabhängigkeit Europas von anderen Regionen zu reduzieren. Im Vortrag werden die erforderlichen Prozess-Technologie-Entwicklungen beleuchtet und die Fortschritte in der Entwicklung von rezyklierten Werkstoffen für technische Anwendungen sowie die Anwendungsentwicklung dargestellt. Eine wichtige Voraussetzung zur Realisierung von Kreislauflösungen ist eine gute Zusammenarbeit entlang des Wertschöpfungskreislaufs.
Zwei Impulsreferate eröffnen das SDG Business Forum 2026. Anschließend analysieren die Teilnehmenden mit der Circular-Foresight-Methode der TH Rosenheim Trends und Einflussfaktoren für den Einsatz zirkulärer Advanced Materials in Emerging Markets und identifizieren Chancen für eine nachhaltige Wertschöpfung und Klimaschutz. Der Workshop wird in Kooperation mit dem SDG Business Forum 2024–2026 „Klimaschutz in Emerging Markets“ des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus und der Circular Foresight Initiative durchgeführt.
Im Vortrag wird der Forschungscluster NEFI - New Energy for Industry vorgestellt. Dabei wird einerseits auf Projekte fokussiert, die in den letzten Jahren im Rahmen von NEFI entstanden sind, und deren Ergebnisse mittlerweile als Industrielösungen vorliegen. Andererseits werden Transformationspfade für den industriellen Sektor in Österreich vorgestellt und diskutiert. Diese, ebenfalls im Rahmen von NEFI erarbeiteten und kontinuierlich angepassten Pfade zeigen anhand verschiedenen Szenarienannahmen auf, welche Herausforderungen aber auch Chancen der Transformationsprozess der Industrie in Richtung Klimaneutralität beinhaltet.
Die Stahlverarbeitung ist ein energieintensiver Prozess, bei dem fossiles Erdgas als Energieträger zur Beheizung von Industrieöfen eingesetzt wird. Die Vorprodukte werden auf bis zu 1.300 °C erhitzt, um sie formbar zu machen und/oder um mikrostrukturelle Veränderungen zu bewirken. Die verschiedenen Industrieöfen in Schmiede-, Warmwalz- oder Presshärte-Produktionslinien mit einer Leistung von bis zu 50 MW müssen auf CO₂-neutrale Alternativen zu Erdgas umgestellt werden. Im Projekt „NEFI-Greensteel – Klimaneutrale Stahlverarbeitung” wurden neue Konzepte für eine zukünftige CO₂-neutrale Stahlverarbeitung erarbeitet und an ausgewählten Produktionsstandorten getestet.
Das HI2 – Hydrogen Industrial Inland Valley zählt zu den führenden europäischen Wasserstoffinitiativen und verfolgt das Ziel, eine integrierte Wasserstoffwirtschaft in Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark aufzubauen. Der Vortrag gibt Einblicke in den aktuellen Umsetzungsstand, stellt erreichte Meilensteine sowie laufende Aktivitäten vor und beleuchtet die Zusammenarbeit von Industrie, Forschung und öffentlicher Hand. Darüber hinaus werden Herausforderungen bei der Umsetzung, gewonnene Erkenntnisse sowie die nächsten Entwicklungsschritte vorgestellt. Anhand konkreter Beispiele wird gezeigt, wie das HI2-Valley den Markthochlauf von grünem Wasserstoff in Österreich und Europa unterstützt.
Das Projekt Hy4Smelt demonstriert ein bahnbrechendes Verfahren zur wasserstoffbasierten, CO2-neutralen Reduktion und zum Schmelzen von nicht agglomeriertem Eisenerz niedriger bis mittlerer Qualität und erfüllt damit die von der EU gesetzten Ziele in den Bereichen saubere Stahltechnologien, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Die Demonstrationsanlage von Hy4Smelt im Industriemaßstab ist weltweit die erste ihrer Art, die ultrafeine Eisenerze mittels innovativer Wirbelschicht-Direktreduktion unter Einsatz von 100 % grünem Wasserstoff (HYFOR) verarbeitet und das direktreduzierte Eisen in einem mit erneuerbarer Energie betriebenen Elektroofen (Smelter) schmilzt. Das Hy4Smelt-Verfahren bietet ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Verwendung von Eisenerzqualitäten, die bislang nicht für die Direktreduktion genutzt werden.
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